Aktien und so

Über Wirtschaft wollte ich schon immer mehr wissen. Seit ich mich damit beschäftige, tun manche Leute so, als hätte ich einen Master in VWL, oder eine Ausbildung zur Finanzberaterin. Weil kaum einer Ahnung hat, wird einem als pure Interessentin schon unterstellt, man könne mit Leichtigkeit den Keynesianismus erklären und gleich noch einen Tipp geben, welche Aktie man demnächst kaufen sollte. Das kann aber vermutlich nicht mal  ein Durchschnittsabsolvent der Wirtschaftswissenschaften.

Faszinierend, was einem zugetraut wird. Wenn man schon so irre ist, sich mit „Aktien und so“ zu beschäftigen, dann muss man ja wohl umfassend Ahnung haben. Damit wurde mir immer klarer, wie absurd überfordert viele mit dem Begriff „Wirtschaft“ sind, denn sie können nicht einmal einzelne Themenbereiche anständig differenzieren. Wie in diesem Video schön dargestellt, ist das Kernproblem aber nicht die Dummheit der Leute, sondern die Arroganz der sogenannten Wirtschaftswissenschaftler, die das Desinteresse der Menschen fördert.

Wirtschaft ist für viele absolut dröge und es ist sogar schick zu sagen: „Ach nee, dat is ja nicht meine Welt.“ oder „Boahr nee, ey, gibt echt Wichtigeres, interessiert mich nicht.“. Vor lauter Ablehnung und stolzen Bekundung des Desinteresses schließen einige auf diese Weise automatisch aus, dass sie sich jemals mit dieser „langweiligen Scheiße“ auseinandersetzen. Da freuen sich die arroganten Wirtschaftswissenschafter aber drüber, und nicht nur die, das kannste ma glauben.

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Auf mein Interesse für die Börse gibt es verschiedene Reaktionen. Auch hier gibt es diese Reaktion, die mir eigentlich sagen will: „Mädel, sei nicht naiv, du verrennst dich da. Das ist was für Profis. Da verliert man sein Geld schneller als man gucken kann“.

Wenn ich eine solche Reaktion bekomme, schalte ich eigentlich immer ab. Ich will dann gar nicht weiter reden, wechsle lieber das Thema. Denn mein Gegenüber wirft mir Naivität vor, was ich, ehrlich gesagt, als Vorwurf der Dummheit empfinde. Wie soll ich so mit jemandem reden? Warum sollte ich so jemandem erklären, dass ich mich natürlich ausgiebig informiere, bevor ich auch nur einen Finger rühre? Warum sollte ich diese Person an meinem Wissen teilhaben lassen? Sie hat offenbar selber keine Ahnung.

Es ist mir dann egal, was mein Gegenüber denkt. Ich sehe es als als Antrieb. Ich bin still, nehme den „guten Rat“ der Einfachheit halber an und weiß: „Du wirst schon sehen, Trottel.“

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