Frauen trauen sich in Finanzfragen weniger zu

Frauenkrankheit „Selbstunterschätzung“

Zumindest in meiner subjektiven Wahrnehmung ist es so, dass sich Frauen in Sachen Finanzen extrem wenig zutrauen.

Neulich hatte ich ein Freundin im Seminar sitzen, die am Ende sagen konnte: „Ich wusste doch viel mehr, als ich gedacht habe.“ Ja, und das ist gut so. Wir sollten mehr Eier haben.

Mansplaining als alltägliches Öl im Feuer

Meiner Meinung nach trägt u.a. das sogenannte Mansplaining seinen Teil dazu bei, dass wir Frauen uns unbewusst für dämlicher halten, als wir sind. Mansplaining kennen wir alle. Knapp erklärt: Ein Mann erklärt einer Frau väterlich herablassend einen Sachverhalt, in der Annahme, dass die Frau den Sachverhalt noch nicht verstanden hat (es lohnt sich der Blick auf den Wikipedia-Artikel).

Das bescheuerte daran ist, dass dem Kerl gar nicht auffällt, was er da tut. Sein Nutzen ist, dem Weibchen die Welt erklärt zu haben. Die exponentiell höheren Kosten sind die negative Wirkung auf die Frau, die ganz subtil verunsichert wird. Sie merkt das wahrscheinlich noch nicht einmal.

Ich habe diese Art männlicher Erklärungen oft als chauvinistisch empfunden. Leider konnte ich das nie in Worte konkretisieren. Mansplaining trifft es aber ganz gut, finde ich. Es hilft sicherlich, den Jungs einfach mal selbstbewusst nahezulegen: Schätzelein, erzähl mir was Neues.

Die Angst vor der Unvernunft

Leider führt die Selbstabwertung unserer selbst dazu, dass wir zu viele Hemmungen haben. Das trifft auf unsere Finanzen besonders zu. Wir kaufen nicht mal eben zum Testen eine Aktie, solange uns nicht jemand konkret dazu motiviert. Wir wägen lange ab, ob wir ein Depot eröffnen. Wir überlegen ewig, ob wir moralisch das Richtige tun.

Frauen prüfen Risiken gewissenhafter. Das wird gerne mit Risikoaversion gleichgesetzt. Das kann man bezweifeln. Ich glaube, dass Frauen die Risiken von Aktieninvestments überschätzen, ganz einfach weil sie sich nicht damit beschäftigen. Wenn sie sich mit dem Thema auseinandersetzen, sind sie gut Anlegerinnen, die ebenso viel Risiko eingehen wie Kerle.

Du solltest deine Optionen kennen

Nur weil Opa sich die Finger an der Telekom-Aktie verbrannt hat, muss es dir nicht genauso gehen. Schließe Aktien nicht aus. Du solltest deine Möglichkeiten des Vermögensaufbaus kennen. Börseninvestments gehören dazu.

Das gilt in der jetzigen Situation, in der wir eine Unmöglichkeit der sicheren und gleichzeitig rentablen Altersvorsorge vorfinden. Das gilt aber auch in jeder anderen Wirtschaftslage. Das Optimum in der Altersvorsorge und Vermögensaufbau erreicht übrigens niemand. Damit musst du dich abfinden.

Alles ist besser als Vogel-Strauss-Kopp-in-Sand. Ob du wirklich an die Börse gehst, hängt vor allem davon ab, wie sehr du bereit bist, dich damit auseinanderzusetzen. Eine Meinung dazu kannst du dir dann immer noch bilden.

Wenn du dir mit 80 Jahren einen netten Studenten als Putz- und Einkaufshilfe, sowie feschen Senioren-Urlaub auf Malta leisten kannst, wirst du dir selber für deine Mühen danken – egal, ob du in Aktien oder Immobilien investierst. Wichtig ist, überhaupt etwas zu tun. Dazu solltest du in Aktion treten und dich so gut wie möglich informieren.

 

 

 

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