Geld verdirbt nicht den Charakter

Geld darf dich glücklich machen

„Scheiß auf Geld“? Das kannste in der Kneipe erzählen, aber wo du jetzt allein vorm Bildschirm sitzt, kann ich es dir ganz offen schreiben: Nein, scheiß ma lieber nicht auf Geld. Selbstverständlich kauft Geld dir keine Freunde. Wenn du als armer Mensch keine Freunde hattest, wirst du als reicher Mensch genauso wenig welche haben. Dieses Gelaber darüber, was Geld kann und was es nicht kann ist irrelevant.

Was musst du für Geld tun?

Was zählt ist, was Geld, bzw. kein Geld für eine Auswirkung auf dein Leben hat. Und mal ehrlich, bei mir hat es fiese Auswirkungen: ich muss 37 Stunden in der Woche in einem  Büro verbringen und dort arbeiten, plus Pausen! Entschuldigung, aber das ist ja wohl Auswirkung genug. Es ist meine Lebenszeit die ich da verplempere, so gerne ich meine Kollegen auch habe.

Es gibt für mich nur zwei akzeptable Möglichkeiten, sowie ein Hybrid daraus.

Frugalistin werden

Entweder, ich reiße mir mies den Arsch auf und spare bis zum geht nicht mehr, um finanziell unabhängig zu werden, d.h. von Mieteinnahmen, Aktiendividenden und sonstigen Einnahmen zu leben, für die man nur sehr wenig oder gar keine Lebenszeit investiert. Das wäre das Modell „Frugalistin“.  Aaalter, was ich mit der Zeit anstellen würde, wenn ich genug Geld hätte! Mir würde nicht langweilig werden, das ist sicher.

Du kannst alles werden, aber wie?

Oder — für mich ein ebenbürtig gutes Modell — ich finde meine Berufung, einen Job der mir wirklich Spaß macht und ausreichend Kohle abwirft. Das ist dieses Modell, dass mir als Kind immer vorgeschlagen wurde: „Mach das, was dir Spaß macht und was du gut kannst!“. Ja toll, danke. Eine Info darüber, wie das denn genau geht, bekam ich leider nicht.

Im Gegenteil, von meinen Ideen wurde ich – wohl eher unbewusst und aus Versehen – abgehalten durch Aussagen wie „Nee, also Journalisten verdienen ja gar nix. Kunst? Puh, also diese brotlose Kunst!“ Ja prima. Dann hockste halt mit 33 eben nicht in deiner Berufung, sondern woanders.

Reichtum oder Berufung?

Jut, den Salat hab ich nu und träume von Reichtum und beruflicher Erfüllung zugleich. Von Ersterem träume ich, weil ich Letzteres nicht habe. Letzterem werde ich mich daher zuerst annehmen, das scheint mir sinnvoller. Beides zusammen wäre Jackpot, aber da reden wir in 20 Jahren nochmal drüber.

„Tja, man kann nicht alles haben“. Mag sein, aber wenn man es gar nicht erst versucht, kann man es nicht wissen. Selbsterfüllende Prophezeiung: ein beliebter Sport unter uns Dummbatz-Menschen.

„Komm runter von deinem hohen Roß und lern was Vernünftiges“

„Was glaubst du, wer du bist? Du bist nichts besonderes, schlag dir deinen Traum lieber aus dem Kopf.“ Das ist ein Grundtenor, der mich immer verunsichert hat.

Anstatt uns zu sagen: „Verfolge dein Ziel, egal wie schräg es sein mag. Du kannst es nur erreichen, wenn du es verfolgst.“ hören wir Sätze wie: „Man wird ja wohl noch träumen dürfen.“ Sätze, die jede Realisierbarkeit negieren und ins Land der Wunschträume katapultieren. Schade eigentlich.

Sehr viele Menschen könnten sehr viel mehr Selbstverwirklichung erfahren, wenn sie nicht ihr Leben lang unbewusst mit limitierenden Überzeugungen konfrontiert würden. Angeblich ist jeder vierte in Deutschland unzufrieden mit dem Job. Blöd.

Der angeblich erstrebenswerte Mittelweg

Eine etwas weniger attraktive Option im Leben – aber zur Not machbar – ist ein netter Job mit guten Kollegen und ausreichend Freizeit, die genug Selbstverwirklichung sowie eine angemessene Altersvorsorge zulässt. Aber wer will schon die „Zur Not“-Variante, wenn man einen Wunsch äußern kann? Du etwa? Pfff, als ob.

Ich will lieber Berufung und Reichtum

Jetzt sag mir, dass ich oberflächlich bin; all meine Freunde verlieren werde; mein Charakter verderben wird; ich den Hals nicht voll kriege; meinen Beitrag für die Gesellschaft vernachlässigen und den ganzen Tag Sushi-fressend in meiner 200 Euro-Jeans auf der Kö hocken werde. Mit Sushi wäre ich natürlich einverstanden. Mit der 200 Euro Jeans auch, denn sie wäre nachhaltig und fair produziert und trüge einen guten Teil dazu bei, der Welt einen wohlgeformten Arsch zu präsentieren.

Geld kann Gutes tun und dein Leben ändern

Gerade als Frau solltest du von dieser „Geld ist nicht wichtig“-Schiene runterkommen. Sie dient dir lediglich dazu, eine Rechtfertigung für deine Planlosigkeit zu haben. Ja verdammt, alles was zählt ist keinen Euro wert, aber du brauchst die Kohle. Akzeptiere es einfach und zier dich nicht mit sozialverträglicher Geldverschmähung.

Glaubst du, es ist besser, wenn du wenig Geld hast? Ist es fairer für die Welt? Was ist denn daran gut, wenn der blöde Arsch mit seiner penisverlängernden Umweltschleuder das ganze Geld hat? Wäre es bei dir nicht besser aufgehoben? Würdest du nicht bewusster damit umgehen?

Es macht was mit dir, wenn du dich mit Geld beschäftigst. Denn wenn du unzufrieden bist, zwingt es dich, über dein Leben nachzudenken. Falls nötig, bringt es dich vielleicht auch dazu, endlich etwas zu ändern.

Kein Geld im Alter ist schlecht im Alter

Wenn du 2500 Euro brutto verdienst, schlitterst du direkt in die Altersarmut. Wenn du drüber bist, ists super, aber auch dann wirst du keine Jubelsprünge machen, wenn du auf deinen Rentenbescheid guckst. Keine Ahnung, wie das Rentengesetz in 30 Jahren aussieht, aber ich gehe davon aus, dass es mehr oder weniger genauso beschissen aussehen wird, wie jetzt.

Es ist seit einigen Jahren darauf angelegt, dass du deine Rente durch private Vorsorge ergänzen musst, um später auf einen grünen Zweig zu kommen. Verstehst du? Nur weil Mama und Papa heute noch genug bekommen, heißt das nicht, dass du in 30 Jahren real genauso viel bekommen wirst.

Du musst nicht reich werden, aber glücklich durch finanzielle Unabhängigkeit im Alter

Es geht ja nicht darum, sich goldene Uhren und Wohnmobile mit Marmor-Toilette zu kaufen, sondern darum, die 20-30 Jahre, die du in deinem dritten Alter verbringen wirst, zu deiner Zufriedenheit und möglichst ohne Einschränkung deiner Wünsche verlaufen. Willst du mit 70 das Bad immer noch selber putzen?

Is dein Leben. Mach damit, was du willst. Was du willst. Nicht was andere wollen, oder was du glaubst zu wollen, weil alle das so wollen – whatever. Sei dir nur im Klaren darüber, was es für dich bedeuten kann, wenn du das Thema Geldanlage so lange vor dir her schiebst wie dein Vorhaben, den Kühlschrank auszuwischen.

Im schlechten Fall lebst du die letzten 30 Jahre deines Lebens in Armut und finanzieller Abhängigkeit.

Männer kümmern sich – wie sollte es auch anders sein – viel häufiger und selbstverständlicher um ihre Altersvorsorge. Warum um Himmels Willen sind wir so doof und tun es ihnen nicht gleich?

Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur, aber wichtiger als die Problembesprechung ist die Problembewältigung. Lösungsorientierung, Baby. Du kannst dich selber um deine Finanzen kümmern. Immerhin hast du diesen Text bis hierhin gelesen. Dein IQ sollte gerade so ausreichen, um das bisschen Geldanlage auch noch hinzubekommen. Schwör.

 

 

Dieser Artikel wurde am 06.05.2018 überarbeitet.

Geld ist Zeit

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