Warum Geld wichtig ist

Ich dachte immer, ich sei einigermaßen aufgeklärt, was Wirtschaft und Finanzen angeht. Gleichzeitig wusste ich nie, wofür ich denn bitte sparen soll. In den Talkshows wurde vor ein paar Jahren oft suggeriert, Sparen lohne sich nicht. Man solle das Geld lieber ausgeben. Irgendwie nahm ich mir das zu Herzen und verschwendete keinen Gedanken daran, Geld beiseite zu legen. 

Bis ich meine ersten Vollzeit-Stelle hatte. Vorbei waren die Uni-Prüfungen und Bewerbungen. Frei war der Kopf für die Frage aller Fragen: Wie legt man sein Geld am besten an? Mein Arbeitgeber bot eine betriebliche Altersvorsorge an, und ich dachte: Was weißt du eigentlich darüber?

Nichts. Im Grunde hatte ich nicht den Hauch einer Ahnung. Und so begab ich mich auf die Suche nach Antworten auf all meine Fragen. Gefühlt tausend Mal schämte ich mich in Grund und Boden, wenn mir klar wurde: Oh Mann, warum wusste ich das alles nicht? 

Als vermeintlich emanzipierte Frau musste ich mir eingestehen, dass ich reichlich dumm gewesen war. Beinahe wäre ich zudem in die klassische Falle getreten: „Arbeiten ist scheiße, ich bin froh, wenn ich endlich Kinder habe, denn dann kann ich zu Hause bleiben und mein Ding machen.“

Gut, dass ich diese Einstellung erfolgreich hinter mir gelassen habe. Mittlerweile bin ich ziemlich gut aufgeklärt. Mit Stolz kann ich behaupten, finanzielle Emanzipation erreicht zu haben. Ich kenne mich in Finanzplanung aus, lege mein Geld in Aktien an, und suche meinen Weg zur Selbstverwirklichung. 

Geld hat ziemlich viel mit Lebensplanung und der eigenen Wertschätzung zu tun. 

„Wie wir mit Geld umgehen, wie wir Geld wahrnehmen, und wie wir Geld benutzen, bestimmt auf fundamentale Weise, wie wir unser Leben leben.“ 

Rev. Mark Bozzuti-Jones — Trinity Wallstreet

Meine geistige Haltung zu Lohnarbeit und Reichtum habe ich im Laufe der Zeit grundlegend geändert. Endlich bin ich motiviert, mir Ziele zu setzen und diese auch zu erreichen. 

Und das alles nur, weil ich begonnen habe, mich mit diesem kalten Geld zu beschäftigen.

Wo früher ein Gefühl der Gegenseitigkeit herrschte, das die Wechselbeziehung zwischen den Menschen formte, da ist heute Geld. Es ermöglicht uns, theoretisch komplett isoliert, ohne Freunde, Bekannte und Nachbarn zu überleben. Da ist keine Gegenseitigkeit. Geld kauft uns frei davon. Du zahlst, ich liefere – Schuld beglichen. 

Das macht Geld so kalt. Das lässt vor allem Frauen oft glauben, Geld sei nicht wichtig. Dass Geld noch nie so im Zentrum stand, wie es das heute tut, wird einfach ignoriert. Die zivilisierte Welt hat sich darauf geeinigt, dass Geld einen Wert hat. Das macht Geld zu einen maßgeblichen zwischenmenschlichen Werkzeug. Was ist daran nicht wichtig?

Wie kann man sich darüber ärgern, zu wenig Geld zu haben, und gleichzeitig behaupten, Geld sei nicht wichtig? Richtig, das widerspricht sich. 

Ich verrate dir was: Jedes Mal, wenn ich ich mein Gehalt bekomme, freue ich mich. Schon immer. Nur, wenn mir klar wurde, was ich alles nicht haben und machen kann, weil ich zu wenig Geld hatte, schimpfte ich auf Geld – und gab meinen Freunden erst recht noch eine Runde Bier aus. „Is´ ja eh egal.“

Falsch. Es ist nicht egal. Seit ich mir finanzielle Ziele setze und mein Notgroschen in Form von drei Netto-Gehältern auf dem Tagesgeldkonto mir ein wohlig sicheres Gefühl gibt, wächst mein Sparanteil stetig an.

Viel wichtiger ist: Ich weiß genau, was ich kurz- mittel- und langfristig mit meinem Geld machen kann und will. Ich weiß nun auch genau, wo ich beruflich hin will. Wie mein Weg dahin aussehen wird, weiß ich nicht. Aber er ist ja bekanntlich das Ziel. Das heißt, ich werde ihn so gut und schön und sinnvoll gestalten, wie es geht. 

Du siehst, mich mit Geld zu beschäftigen war für mich sehr wichtig, und hat sehr viel in mir bewegt. Es hat mich letztendlich sehr viel zufriedener gemacht. 

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